Immer mehr Behörden setzen Linux ein, wie z.B. das Verteidigungsministerium in Singapur (20.000 Arbeitsstationen und Server), Frankreich (1.500 WS), u.s.w. Auf Basis der freien GNU Software Plattorm mit ihren GNU Toolkits, bestehend aus GCC - C-Compiler, UNIX - Tools (sed, awk, bison, tr, ls, cp, mv, ps, ...), siehe www.gnu.org), haben inzwischen sowohl freie Entwickler, als auch kommerzielle Firmen ihre Software auf Linux entwickelt oder auch portiert. Linux ist eine Technologie - und Experimentierplattform für alle Arten von Hard - und Software geworden, die nur schwer in den Griff zu bekommen ist. Der GNU - Linux Kernel 2.6 ist eine Experimentalplattform, die inzwischen beachtliche Reife erreicht hat, mit Techniken, wie "cow", "SMP", "NUMA", "reentrance", "O(1)", "kqueue", "futex", "epoll", "journaling filesystem", "KAIO", "AIO", "zero copy", "CKRM", "VBD", "completion port", "DAFS", "clustering", "Xen 2.0" ... Mehr hierzu siehe auch Kapitel 7. So ist Linux Kernel 2.6 gegenüber seinem Vorgänger aufgrund o.a. Techniken sehr viel schneller, reaktionsfreudiger auf Events und "flüssiger" geworden, insbesondere dadurch, daß große Teile des Kernels nun reentrant sind, NPTL und ASYNC I/O eingeführt wurde.
Dauerndes Grundproblem bei Linux sind die unglaubliche Vielzahl von Softwarepaketen, die alle verschiedene Libraries (DLL's) in unterschiedlichen Versionen verwenden, mit denen Datenbanken, graphische Benutzeroberflächen für X-Windows, wie GNOME, KDE, GNUStep, ... programmiert werden. Da es keinen "Standard" für die Inhalte/Abhängigkeiten der Libraries untereinander und ihren Aufenthaltsorten auf der Festplatte gab, haben verschiedene Distributoren Redhat (Fedora), Debian (Ubuntu, Knoppix), Gentoo, Mandrake, SuSE, ... ihre eigenen Vorstellungen von "Paketzusammenstellungen" für Software und ihre Libraries realisiert. Zum Teil gibt es Inkompatibilitäten zwischen den Libraries, der Vielzahl von Kernel Features, und kommerzieller Software, die ebenfalls auf diese unter LGPL Lizenz stehenden Libraries zurückgreifen. siehe auch Linux Kernel Mailing List. Wer also Linux - Software von anderen Distributionen auf seiner Distribution installieren möchte, hat oft ein Problem - Welche Library ist in welchem Softwarepaket enthalten, und wo finde ich diese (auf der Festplatte)? Siehe auch: Abschnitt 8.1. Inzwischen haben sich alle Distributoren auf die "Linux Standard Base", LSB genannt, geeinigt, sodaß diese Probleme nun bald der Vergangenheit angehören.
Eine weitere Besonderheit bei Linux ist das Treiber - Konzept. Die Entwickler hatten damals festgestellt, daß es zwar viele Anbieter von Hardware, Karten ... gibt, jedoch nur wenige Chipsatz - Hersteller. Logischerweise hat man in Linux die Unterstützung für Chipsätze direkt eingebaut - es sind also immer alle Treiber fester Bestandteil jeder Linux Distribution. Nur in wenigen Ausnahmefällen müssen Treiber-Disketten bei der Installation schon eingeschoben werden, wie z.B. bei RAID - Controllern, wenn man direkt von RAID booten möchte, oder bei Grafikkarten, wo der Treiber meistens in dem X-Server steckt, manchmal auch im Kernel. In solch seltenen Fällen kann es ggf. sinnvoll sein, direkt zur Redhat/cAos - Distribution zu greifen, bzw. erst einmal Knoppix auf unbekannter Hardware auszuprobieren. In jedem Fall ist ein Blick in die Hardware - Kompatibilitätsliste von Linux vor der Anschaffung der Hardware empfehlenswert. Mehr hierzu siehe Abschnitt 3.5.
Ein Vorteil von Linux ist es, daß sogar ältere und sehr alte Binaries unter neuesten Linux Kerneln lauffähig sind, wenn nur die entsprechenden älteren Libraries sich an gewünschter Stelle auf der Festplatte befinden. Ich habe unter Linux 2.6 sogar Programme aus 0.99.4 (Datenbank und Schachprogramm) laufen lassen können. Abwärtskompatibilität ist also gewährleistet. Dies hat Linux mit allen anderen UNIXen gemeinsam. MicrosoftTM hat dieses Feature erst mit Windows XP eingeführt.
Linux unterstützt auch in neuen Kerneln alte Hardware. Wer also ältere Hardware noch herumstehen hat, kann diese als Terminal Server nutzen - hierzu wird mindestest ein 80486 mit 8 MByte RAM, 3 1/2" Floppy und Netzwerkkarte benötigt. Es gibt aber auch Floppy - Distributionen, wie z.B. Toms Rescue Disk. Mehr hierzu siehe Kapitel 21.
Welche Distribution welche Vor-und Nachteile hat, auf welchen Distributionen sich welche kommerziellen Pakte installieren lassen und warum, ist Inhalt der folgenden Abschnitte. Da Linux beliebig konfigurierbar ist, und quasi jedermann/frau sich eine eigene, für spezielle Aufgaben abgespeckte Distribution selber zusammenstellen kann, gibt es noch ein eigenes Kapitel hierzu, siehe Kapitel 5
| Zurück | Inhaltsangabe | Weiter |
| Serverdienste mit Authentifizierung für LDAP/PAM ... compilieren | Distributionen |