Kapitel 10. Cluster und HA - Lösungen

Linux ist Microsoft Windows NT/XP und auch fast allen anderen UNIXen beim Clustering weit voraus. In fast allen Rechenzentren der Welt wird Linux für verschiedene Arten von Clustering eingesetzt, wobei der Begriff recht weit gefasst ist. Er reicht von regelmäßiger Replikation der Dateien auf einem Server und Übernahme bei Ausfall, bis hin zu einem CPU - Verbund über Netzwerkkarte, wo Applikationen sich auf viele Server verteilen. Sämtliche benötigte Software ist in Linux serienmäßig enthalten, bzw. auf beliebigen Distributionen nachinstallierbar. Wer es eilig hat, kann eine bootfähige CD einlegen, und seinen Cluster nach 1 Minute in Betrieb nehmen. Dank des Quelloffenen Konzeptes von Linux gibt es solche Spezialdistributionen, siehe Kapitel 5. Hier nun ein Überblick über die Möglichkeiten und Einsatzgebiete von "Clustern":

Aber auch diesen Lösungen fehlt eine wichtige Eigenschaft, die schon bereits seit NOVELL SFT III (3.x/4.x/5.x/6.x) beherrscht - die Weiterführung der TCP/IP - Übertragung bei Übernahme des Master - Servers durch den Slave. Fast alle auf TCP/IP basierenden Lösungen haben eine Eigenschaft gemeinsam. Im Falle eines Ausfalles des Servers und Übernahme durch einen Ersatzserver werden alle Datenübertragungen unterbrochen, und müssen neu gestartet werden. In vielen Fällen müssen Windows Clients sogar neu booten, um ihre Arbeit fortsetzen zu können, weil der Slave - Server bisher ja nur geruht hat, also nichts über den Zustand und die aktiven Verbindungen des Master - Servers weiß. Gefragt sind daher Lösungen, bei welcher die Zustandsinformationen des Master ununterbochen auf den Slave übertragen werden. Hierzu gibt es mehrere Lösungen:

test Hinweis auf LVS, multipathing, NBD, RAID, geschlossene Dateien Posix Semantic mit Locks ACL's, Lockmanager. (flock...) (flock, fcntl) Wer unterstützt Kerberos OpenAFS, GFS, inotify dnotify...

10.1. RSYNC - Das Universal - Replikations - Werkzeug

RSYNC ist das mit Abstand umfangreichste und komplexeste Replikationssystem, welches jemals programmiert wurde, trotz einfachster Bedienung. Es ist seit Jahren bereits bewährt, und für alle UNIXe und Windows NT/2000/XP kostenlos verfügbar: RSYNC.SAMBA.ORG. Ich möchte hier folgende Einsatzgebiete einmal kurz skizzieren, weil oft die Phantasie kaum ausreicht, um zu erahnen, wofür man RSYNC alles einsetzen kann:

10.1.1. Plattenspiegelung in Workstation oder Server

Damit ein Server oder eine Workstation bei Ausfall einer Festplatte wieder schnell hergestellt werden kann, spiegelt man alle Inhalte auf eine Wechselplatte (300 - 500 GByte AT-BUS - Platte im Wechselrahmen). Man bindet (mount) die Festplatten unter /mnt/wechselplatte in das Filesystem ein, und startet dann einfach RSYNC.